Winterliche Radtour in der Südsteiermark

Ein seltener sonniger Wintertag lädt zu einer besonderen Radtour durch die Südsteiermark ein. Die Route führt vom Grottenhof über den Frauenberg, vorbei an Schloss Seggau, entlang der Sulm und durch stille Winterlandschaften bis hin zu verschneiten Weinbergen. Eine entspannte Tour voller Natur, Geschichte und Ausblicke – perfekt, um die Region rund um Wagna auch in der kalten Jahreszeit aktiv und genussvoll zu entdecken.

Tagelang hatte sich die Südsteiermark in ein graues Winterkleid gehüllt: Nebel, Nieselregen und Temperaturen, bei denen selbst das Fahrrad freiwillig Urlaub macht. Entsprechend lange blieb mein Rad unberührt in der Garage stehen.

Doch heute Morgen dann die Überraschung: strahlend blauer Himmel über Leibnitz und der Südsteiermark, klirrend kalte Luft und dieses ganz besondere Wintergefühl, das sofort Lust auf Bewegung macht. An Heiligabend hatte es zwar geschneit, aber die Straßen waren inzwischen wieder frei.

Also wartete ich bis zur Mittagszeit – und siehe da: Die Temperaturen kletterten tatsächlich über den Gefrierpunkt. Perfekt!

Auf zur Sausal Tour

Spontan entschied ich mich für einen Teil der Sausaler Tour, eine meiner Lieblingstouren in der Südsteiermark.

Diese Strecke eignet sich perfekt sowohl für Fahrrad, E-Bike als auch Gravelbike – ein Mountainbike ist also kein Muss. Wer mit dem klassischen Fahrrad unterwegs ist, sollte allerdings Reifen mit etwas mehr Profil wählen, denn zwischen Lang und Grötsch geht es ein paar Kilometer über unbefestigte Wege.

Dick eingepackt (Zwiebelprinzip lässt grüßen) radelte ich los zum Startpunkt beim Grottenhof. Der Weg führte mich über den Frauenberg, direkt unterhalb der Frauenkirche vorbei. Diese Steigung ist im Winter für mich ideal, um meinen Körper auf Betriebstemperatur zu bringen.

Frauenkirche am Frauenberg – Geschichte mit Ausblick

Schon von Weitem sichtbar thront die Wallfahrtskirche Frauenberg majestätisch über Leibnitz. Ihre Geschichte reicht bis in die Spätantike zurück – mit christlichen Ursprüngen um etwa 400 n. Chr. Erwähnt wurde eine Kirche hier erstmals um 1170, später entwickelte sich der Ort zu einem bedeutenden Marienwallfahrtsziel.

Prächtige Fresken von Joseph Sattler und der barocke Turmhelm aus dem Jahr 1835 verleihen ihr bis heute eine ganz besondere Ausstrahlung – Geschichte, Kunst und Spiritualität in perfekter Harmonie. Ich mache am Frauenberg gerne Pause – gleich gegenüber der Kirche in der Buschenschank Weinbau Menhart.

Direkt neben der Frauenkirche befindet sich das Tempelmuseum Frauenberg, das immer einen Besuch wert ist. Es bietet spannende Einblicke in die Geschichte des Frauenbergs und der Wallfahrtskirche – ideal für alle, die Kultur gerne mit Bewegung verbinden.

Schloss Seggau & Grottenhof – Genuss und Geschichte

Weiter ging es vorbei am Schloss Seggau, das auf eine fast 1000-jährige Geschichte zurückblickt. Einst bischöfliche Residenz, wurde es im 17. Jahrhundert barock umgestaltet und präsentiert sich heute mit wunderschönen Arkadengängen und prunkvollen Fürstenzimmern. Heute ist Schloss Seggau Hotel, Kongresszentrum, Weinkeller und kultureller Treffpunkt – inklusive der berühmten „Seggauer Liesl“, der größten historischen Glocke der Steiermark.

Nach einer kurzen Abfahrt überquerte ich die Sulm und erreichte das Besucherzentrum Grottenhof. Hier kann man übrigens auch E-Bikes bei Joachim Ruhri ausleihen (www.ebike-suedsteiermark.at). Ich selbst greife gelegentlich darauf zurück, wenn ich mit E-Bike-Freund:innen unterwegs bin – mein eigenes wartet noch auf mich.

Der Grottenhof ist außerdem ein lebendiges Kultur- und Eventzentrum in der Südsteiermark mit vielen Veranstaltungen übers Jahr verteilt. Im Genussshop und in der Vinothek findet man beste Weine und regionale Köstlichkeiten. Besonders gerne besuche ich den stimmungsvollen Weihnachtsmarkt an den Adventwochenenden – Kunst

Mystische Winterlandschaft entlang der Sulm

Nun folgte für mich das flache Teilstück entlang der Sulm bis nach Lang, weiter zwischen Wäldern und Feldern bis nach Grötsch. Heute wirkte diese Landschaft fast magisch – als würde die Erde leise atmen. Die Felder dampften unter der Wintersonne und tauchten alles in eine geheimnisvolle Stimmung. Ein Versuch, diesen Moment festzuhalten:
In Grötsch biege ich scharf links hinter der Kapelle ab und es geht bergauf bis Flamberg. Von dort bis Maxlon eröffneten sich traumhafte Ausblicke auf verschneite Weinberge – ein seltener Anblick in der Südsteiermark, denn Schnee ist hier leider eine Seltenheit geworden.

Glücklich zurück in Wagna

Nach knapp zwei Stunden und 37,5 km kam ich glücklich, erfrischt und mit roten Wangen wieder zuhause an – genau so, wie man sich eine perfekte Winterradtour wünscht.
Im Frühjahr werde ich gerne von weiteren meiner liebsten Radtouren durch die Südsteirische Weinregion berichten.
Bis dahin wünsche ich Ihnen ein bezauberndes Winterwonderland
Herzlichst

Ihre Maria Jammernegg

Wagna, 27.12.2025

Hier finden Sie weitere Informationen zur Frauenkirche, Grottenhof und den E-Bike-Verleih:

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